Vitamin D: Bedarf
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Erwachsenen eine tägliche Zufuhr von 800 Internationalen Einheiten (I.E.) Vitamin D pro Tag, wenn das „Sonnenvitamin“ nicht vom Körper selbst gebildet werden kann.
Vitamin D: Tagesbedarf – wie hoch ist er?
Vitamin D ist ein besonderes Vitamin – schließlich kann es bei ausreichend Sonneneinstrahlung (genauer gesagt: UV-B-Strahlung) vom Körper selbst gebildet werden. Nicht umsonst wird Vitamin D auch als „Sonnenvitamin“ bezeichnet.
Verschiedene Faktoren können allerdings dazu führen, dass diese körpereigene Bildung von Vitamin D nicht bzw. nicht in ausreichendem Maße erfolgt. So reicht in unseren Breitengraden insbesondere in den Wintermonaten die Intensität der UV-B-Strahlung in der Regel nicht aus, um die Eigensynthese von Vitamin D in Gang zu bringen. Der häufige Aufenthalt in geschlossenen Räumen – der aktuelle „Homeoffice“-Trend verstärkt dies zusätzlich – trägt sein Übriges dazu bei, die Bildung von Vitamin D zu beeinträchtigen.
Lesen Sie hier mehr über die körpereigene Bildung von Vitamin D
Für den Fall einer solchen „fehlenden endogenen Synthese“ gibt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung folgende Schätzwerte für die angemessene Vitamin-D-Zufuhr an:1
Alter | Vitamin-D-Zufuhr in I.E./ Tag |
---|---|
Säuglinge (0 bis unter 12 Monate) | 400 |
Kinder (1 bis unter 15 Jahre) | 800 |
Jugendliche und Erwachsene | 800 |
Erwachsene (ab 65 Jahre) | 800 |
Schwangere | 800 |
Stillende | 800 |
Vitamin-D-Versorgung allein über die Nahrung? Nicht ausreichend
Das Problem: Allein über eine Vitamin-D-reiche Ernährung kann diese empfohlene Zufuhr nicht erreicht werden.
So beträgt laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung die tatsächliche Vitamin-D-Zufuhr nur über die Ernährung pro Tag rund 80 bis 160 I.E. bei Erwachsenen bzw. ca. 80 I.E. bei Kindern.2 Von der empfohlenen Menge sind wir damit noch weit entfernt.
Das heißt: Selbst, wenn Vitamin-D-reiche Lebensmittel wie fetter Seefisch oder Innereien häufiger auf dem Speiseplan stehen, können wir unseren Vitamin-D-Speicher nicht ausreichend füllen.
In bestimmten Fällen kann die Einnahme eines Vitamin-D-Präparats hilfreich sein, um ein Defizit auszugleichen bzw. einem Mangel vorzubeugen.2 Das gilt insbesondere für Risikogruppen wie Senioren oder Menschen, die sich vermehrt in Innenräumen aufhalten und wenig Sonnenlicht tanken.
Erfahren Sie hier, worauf Sie bei der Auswahl von Vitamin-D-Präparaten achten sollten.
Vitamin-D-Bedarf bei Säuglingen decken
Säuglinge sollten aufgrund des noch nicht ausgebildeten Eigenschutzes der Haut nicht der direkten Sonne ausgesetzt werden. In dieser Altersgruppe kommt also die körpereigene Bildung von Vitamin D noch nicht wirklich in Gang. Gleichzeitig liefert Muttermilch nur wenig Vitamin D. Vor diesem Hintergrund wird verständlich, warum Experten im ersten Jahr in der Regel die zusätzliche Gabe von Vitamin D empfehlen. Im Vordergrund steht hierbei insbesondere die Vorbeugung der schmerzhaften Knochenerkrankung Rachitis.
Erfahren Sie hier mehr zum Thema Rachitisprophylaxe.
Tipps zur Vitamin-D-Versorgung
Vitamin D: Häufige Fragen
Für jeden Menschen ist eine gute Vitamin-D-Versorgung wichtig. Denn das Vitamin ist an zahlreichen Prozessen im Körper beteiligt. Insbesondere für die Einlagerung von Calcium und Phosphat in den Knochen und damit für die Knochenstabilität ist Vitamin D unverzichtbar.
Speziell für folgende Personengruppen kann eine gezielte Zufuhr von Vitamin D sinnvoll sein:
- Säuglinge im ersten Jahr zur Rachitis-Prophylaxe Mehr erfahren
- Kinder und Heranwachsende Mehr erfahren
- Senioren Mehr erfahren
- Menschen, die sich vermehrt in Innenräumen aufhalten Mehr erfahren
- Weitere Risikogruppen für Vitamin-D-Mangel wie Menschen mit chronischen Grunderkrankungen, starkem Übergewicht (Adipositas) und dunkler Hautfarbe Mehr erfahren
- Alle Menschen, bei denen ein diagnostizierter Vitamin-D-Mangel vorliegt
Sprechen Sie dazu am besten mit Ihrem behandelnden Arzt.
Vitamin D ist vor allem in fettem Seefisch wie Lachs oder Makrele enthalten. Auch Eier und Pilze liefern Vitamin D. Allein über die Nahrung ist allerdings der Vitamin-D-Bedarf nicht zu decken. Zu 80 bis 90 Prozent ist die Eigenproduktion von Vitamin D mithilfe von Sonnenlicht gefragt.
Zu den pflanzlichen Vitamin-D-Lieferanten zählen insbesondere Avocados und Pilze wie Steinpilze oder auch Champignons. Mehr erfahren
Ist die Vitamin-D-Versorgung nicht optimal, kann sich das in unterschiedlicher Art und Weise äußern: Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Infektanfälligkeit oder Haarausfall können auftreten. Auch Stimmungsschwankungen werden mit einem Mangel an Vitamin D in Verbindung gebracht.
Vitamin-D-Mangel gilt zudem als Risikofaktor für verschiedene Krankheiten wie Rachitis oder Osteoporose
Ein Bluttest beim Arzt oder auch zu Hause (Vitamin-D-Selbsttest) kann Aufschluss über den aktuellen Vitamin-D-Status geben.
Wichtig: Bei chronischen Krankheiten, Dauermedikation und Schwangerschaft sollte die Diagnostik grundsätzlich beim Arzt erfolgen.
Erfahren Sie hier mehr zum Thema Vitamin-D-Status: Diagnose
- 1 Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. Online abgerufen am 18.01.2021. https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/vitamin-d/?L=0
- 2 Ebd.